Warum steht Multi Level Marketing in der Kritik?

In Deutschland genießen Multi Level Marketing Systeme generell keinen guten Ruf und werden oft mit illegalen Praktiken in Verbindung gesetzt. In weiten Teilen beruht diese Ansicht jedoch auf einem Missverständnis oder in vielen Fällen auch auf einer schlichten Unkenntnis der Vertriebswege. Korrekt angewandt und praktisch umgesetzt, können entsprechende Systeme einen Vorteil für Hersteller, die mit dem Vertrieb beauftragten und Kunden bieten. Leider existieren wie in jeder Branche auch schwarze Schafe, die ein eigentlich sinnvolles Konzept schnell in Verruf bringen. 

Wie funktioniert das System im Detail?

Ein großer Konzern hat viele Möglichkeiten, ein neues Produkt am Markt zu lancieren. Er kann auf eine aufwendige PR inklusive Werbung in vielen unterschiedlichen Kanälen wie TV, Radio und Social Media und auf ein weit gestrecktes Vertriebsnetz zurückgreifen. Dabei investiert er große Summen im Vorfeld, große Summen in die Verbreitung und die Logistik, die er anschließend durch den Verkauf wieder erwirtschaften möchten. Bei dem MLM handelt es sich theoretisch um das genaue Gegenteil dieser Strategie. Als Beispiel kann ein Start-up dienen, das ein neues und vielversprechendes Produkt entwickelt hat, aber über keine Ressourcen für dessen Vermarktung verfügt. Es produziert 100.000 Einheiten und gibt dieses an Großhändler mit einem erheblichen Rabatt von 60 % auf den Verkaufspreis ab. Diese wiederum bieten ihren Kontakten kleinere Stückzahlen mit 40 % Abschlag an, die es wiederum an Einzelhändler zu einem Preis von 20 % unter der Empfehlung verkaufen. Die Einzelhändler schließlich verkaufen das Produkt an die Endkunden und ordern bei Bedarf wiederum größere Bestellungen.

Der wesentliche Unterschied zu den berüchtigten Schneeballsystemen ist, dass bei dem Multi Level Marketing letztendlich ein reales Produkt an den Kunden verkauft wird. Der Profit wird nicht allein durch die Beteiligung an dem System, sondern durch den Weiterverkauf eines tatsächlich existierenden Artikels erreicht. Dieser muss letztendlich auch der Nachfrage und den Erwartungen der Kundschaft entsprechen, denn sonst bricht der Absatz und damit die Kette der Verteilung zusammen. Das würde allerdings für alle Beteiligten einen finanziellen Verlust bedeuten – sie haben schließlich in ihren Vorrat investiert. Im Gegensatz zu einem betrügerischen Pyramidensystem müssen deshalb alle Partner von dem Mehrwert und der Qualität ihrer Ware überzeugt sein. Andernfalls wäre eine Beteiligung vollständig sinnlos und stände in keinem akzeptablen Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko.

Warum wird dieser Vertriebsweg häufig kritisiert?

Ein Problem ist ohne Zweifel, dass diese Art des Verkaufs leicht von Kriminellen oder Betrügern instrumentalisiert werden kann. Im Gegensatz zu dem Strukturvertrieb großer Ketten muss jeder Beteiligte immer in Vorleistung gehen und eigenes Geld investieren, ohne dabei auf die Unterstützung breit gefächerter Kampagnen für die Werbung zurückgreifen zu können. Praktisch bedeutet dies für einen Unternehmer, dass er alleine für den Absatz verantwortlich ist und alle Kosten selbst übernimmt. Ohne ein entsprechendes Netzwerk und Eigeninitiative ist es deshalb vergleichsweise schwierig, einen Gewinn aus der Investition zu erwirtschaften.

Darüber hinaus ergeben sich in der Struktur notgedrungen einige Parallelen zu illegalen Systemen wie einem Pyramidensystem ohne echtes Endprodukt. Diese Tatsache nutzen unseriöse Organisationen und kriminelle Privatpersonen aus, um vermeintlich attraktive aber real nicht existente Waren und Dienstleistungen zu verbreiten. Unredliche Praktiken wie diese haben das gesamte Network Marketing in Misskredit gebracht – in vielen Fällen zu Unrecht. Gleichzeitig haben sie allerdings paradoxerweise auch dazu beigetragen, das Prinzip an sich und deren Funktionsweise bekannt zu machen.

Oft werden wegen der Ähnlichkeit im Vertrieb Vergleiche zu einem verbotenen Schneeballsystem gezogen. Diese sind jedoch nicht gerechtfertigt. Bei einem solchen zahlt der Nutzer alleine für seine Teilnahme einen festen Beitrag und darf dafür anschließend weitere Teilnehmer anwerben. Da diese Systeme vom Gesetzgeber allerdings zu Recht verboten wurden, machten sich Betrüger in der Vergangenheit die Ähnlichkeiten zu dem MLM zunutze. Um einen legalen Anschein zu erwecken, handelten sie minderwertige oder mitunter sogar wertlose Waren zu überhöhten Preisen. Der entscheidende Unterschied ist hier, dass es keinen Endkunden gibt. Die Übergabe von Artikeln dient lediglich dazu, den illegalen Charakter des Geschäfts zu verschleiern.

Wer haftet bei Mängeln?

Vor diesem Hintergrund wird ein weiterer Kritikpunkt oft übersehen. Bei Defekten oder Mängeln ist es für den Endkunden mitunter schwer, den Verantwortlichen für einen Ersatz zu erreichen. Prinzipiell haftet der Hersteller, zu dem in manchen Fällen aber kein direkter Kontakt besteht. Aus diesem Grund müssen fehlerhafte Waren mitunter die gesamte Lieferkette rückwärts durchlaufen, was zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann. Ist beispielsweise ein einzelner Teilnehmer nicht oder nur schwer zu erreichen oder verzögert die Weitergabe, führt dies zu einem erheblichen Zeitverlust. Für den Kunden ist es bei einer mangelnden Transparenz der Lieferkette anschließend schwierig, den Verantwortlichen ausfindig zu machen.

MLM bietet seriösen Unternehmen einige Vorteile

Grundsätzlich bietet der Multi Level Vertrieb sowohl dem Kunden wie auch dem Hersteller diverse Vorteile. Kunden und Teilnehmer sollten aber in jedem Fall darauf achten, dass es sich um einen seriösen Anbieter mit einem qualitativ hochwertigen Produkt handelt. Ein Kennzeichen dafür ist eine transparente Lieferkette und die Möglichkeit zu einem direkten Kontakt mit dem Produzenten. Die teils harsche Kritik und der schlechte Ruf, den der Strukturvertrieb in Deutschland genießt, sind nicht gerechtfertigt. Wie in jedem Business existieren leider auch hier betrügerische Anbieter, die das eigentlich sinnvolle Konzept in Misskredit gebracht haben.

MLM Chancen

Network Marketing – mehr Erfolg durch Vertrauen

Für den Absatz von Produkten gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Der Kauf über eine Bestellung oder vor Ort im Geschäft sind nur einige der wenigen Optionen, wie Produkte zum Endkunden gelangen. Viele Unternehmen setzen auf Multi Level Marketing oder kurz MLM. Dabei handelt es sich um einen Strukturvertrieb, der auf den direkten Kontakt zwischen Verkäufer und Kunden basiert, wobei die Geschäftsanbahnung häufig entweder im Heim des Interessenten oder des Vertreibenden passiert. Voraussetzung für den erfolgreichen Absatz eines Networkers ist ein großes Netzwerk an Kunden, die sie oft im privaten Umfeld finden. Produkte, die über den Direktvertrieb verkauft werden, erreichen dadurch eine gewisse Exklusivität, da sie nicht einfach in einem Geschäft gekauft werden können. Dies verhalf einigen Herstellern zu großem Erfolg, wichtig dafür sind jedoch die Vertriebler, die selbst hinter dem Produkt stehen müssen.

Kontakte statt Shops

Strukturvertrieb erklärtDie Networker agieren beim Netzwerk Marketing als eigenständige Unternehmer und erwirtschaften teilweise ein beachtliches Einkommen. Vom Produkthersteller bzw. vom Vertriebspartner erhalten sie Geld für abgeschlossene Verkäufe in Form von Provisionen. Als Partner eines Unternehmens, das ausschließlich über den direkten Vertrieb anbietet, ist es wichtig selbst viele Kontakte zu haben. Durch den Verzicht auf ein konventionelles Geschäftslokal ist ein großer Bekanntenkreis wichtig und ideal ist es, wenn diese selbst wiederum einen großen Freundeskreis haben, die sich ebenfalls für die Produkte interessieren könnten. Das Business Modell lebt von den persönlichen Kontakten und persönlichen Beziehungen zwischen Kaufinteressent und Verkäufern.

Mehr Vertrauen in Empfehlungen

Bei den Produkten im Netzwerkvertrieb handelt es sich häufig um Waren, die fast täglich verwendet werden. Dennoch ist für einen erfolgreichen Verkauf der persönliche Kontakt wichtig, denn das Vertrauen in die Empfehlung eines Freundes ist größer als in einen unbekannten Verkäufer. Wer mit dieser Vertriebsform erfolgreich verkaufen möchte, sollte mindestens 200 potenzielle Kunden haben. Als Erstes wird dabei der sogenannte warme Markt analysiert. Dabei handelt es sich um Personen, die der Verkäufer bereits kennt. Dabei ist es nicht zwingend notwendig beste Freunde zu sein, Vertriebler und Kunde sollten aber eine gewisse persönliche Bindung haben. Erst im nächsten Schritt werden Kunden außerhalb dieses Marktes gesucht. Im sogenannten kalten Markt muss erst ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden, was ebenfalls auf Basis von Empfehlungen passieren kann. Dabei sollten alle Gelegenheiten genutzt werden, um sich als vertreibende Person in ein positives Licht zu rücken und die Waren optimal zu präsentieren. Für Networker die allerdings selbst von ihren Produkten überzeugt sind und sie auch privat nutzen, ist das in der Regel kein Problem.

Qualitativ hochwertige Beratung

Erfolgreiche Geschäftsleute tun mehr als nur ein Produkt anzupreisen, sie wissen es auch optimal in der Praxis anzuwenden. Häufig ist sogar die ganze Familie involviert, speziell, wenn es um Hygieneartikel wie Seife geht, die alle verwenden. Verkauft werden die Produkte oft im Rahmen von zwanglosen Partys mit einer kleinen Gruppe von Teilnehmern, die zehn Personen nur selten übersteigt. Das gibt dem Vertreibenden die Chance sich individuell auf seine Kunden einzustellen und eine persönliche Beratung anzubieten. Der Vorteil dieser Vertriebsform ist, dass im Vergleich zu anderen Absatzformen tatsächlich eine qualitativ hochwertige Beratung möglich ist. Dies macht auch den Erfolg vieler Produkte aus, speziell bei Waren im hochpreisigen Segment, die über MLM vertrieben werden.

Direktvertrieb durch unseriöse Anbieter in der Kritik

Der Strukturvertrieb ist häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, es würde sich um ein Schneeballsystem handeln. Tatsächlich gibt es in dem Bereich viele schwarze Schafe, die jene in Misskredit bringen, die legal arbeiten. Grundsätzlich ist der Absatz als Pyramidensystem aufgebaut und es eine Hierarchie gibt, in der Mitglieder nicht nur am Endkunden verdienen können, sondern auch an den Verkäufen geworbener Vertriebspartner mitverdient wird. Ein seriöses Unternehmen erkennt man daran, dass die Investition, um überhaupt mit dem Verkauf starten zu können, sehr gering ist. Schulungen sollten kostenlos sein und natürlich muss das Produkt und nicht das Anwerben neuer Teammitglieder im Vordergrund stehen. Ist ein Unternehmen nur darauf aus einem Kunden zum Mitglied zu machen, dann ist immer Vorsicht geboten. Wesentlichere Punkte zum Thema sind im obigen Beitrag nochmal genauer erklärt.

Neue Möglichkeiten im Internet

Wer in diesem Absatzbereich tätig sein möchte, dem eröffnen sich neue Möglichkeiten online. Über das Internet kann eine Struktur an Endkunden aufgebaut und Wiederverkäufer gewonnen werden. Es lohnt sich, in eine eigene Seite oder gar in einen eigenen Shop zu investieren. Allerdings sieht nicht jedes System eines Unternehmens einen Shop im Internet vor, da der persönliche Kontakt und die Beratung im Vordergrund stehen.

Wie viele Network Marketing Firmen gibt es?

Die Geschichte und Entstehung des Network-Marketings.

Diese Frage lässt sich leider nicht wirklich beantworten. Das Geschäftsmodell geht auf das Jahr 1903 zurück. Die Watkins Corporation gründete den ersten Direktvertrieb. Die Kunden der Firma erhielten die Möglichkeit, die Waren selbst weiter zu vertreiben. Ausgebaut wurde das System durch Carl Rehborn. Er erkannte als erster die Bedeutung von Vitaminen und Mineralstoffen. 1939 gründete er Nutrilite und 1945 startete er mit dem heute bekannten Network Marketing. 1959 startete Amway mit dem Strukturvertrieb. Die Gründer von Amway, Jay Van Andel und Richard DeVos, übernahmen Nutrilite. 1979 wurde dieses Geschäftsmodell anerkannt. Es wurden Richtlinien erstellt, um die Legalität des Vertriebs sicherzustellen. Es handelt sich also um ein sehr lange existierendes Geschäft.

Wie viele Unternehmen sind heute am Markt?

Heutzutage sind mehrere Tausend Firmen, die weltweit auf dem Markt tätig sind. Und es werden täglich mehr. Neue Startups mit neuen Produkten kommen kontinuierlich dazu. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es deutlich mehr als einhundert Firmen. In den USA, Asien, Europa und der Schweiz wächst der Markt. Jedes Land hat seine eigenen Top 50 oder Top 100 Listen. Auf diesen Listen finden sich jedoch nur die Gesellschaften wieder, die sich bereits einen Platz erarbeitet haben. Darüber hinaus gibt es weitere Geschäftsmodelle, die noch nicht so weit sind. Diese sind nicht zwingend schlechter, meist allerdings erst kurz auf dem Markt. In nahezu allen Bereichen finden sich heute Betriebe, die nach diesem Modell arbeiten. Nahrung, Nahrungsergänzung, Haushalt, Kosmetik, Schmuck, Finanzdienstleistungen und Energieversorgung sind nur einige davon. Wer sich auf die Suche macht, wird mit Sicherheit die passende Firma in der geeigneten Branche für sich finden.

Wodurch unterscheiden sich die Firmen heute?

Die einzelnen Firmen unterscheiden sich in den Produkten, aber auch in den Marketingplänen. In manchen Fällen sind Einschreibegebühren fällig oder ein Starterpaket ist für den Anfang erforderlich. Einige wenige bieten einen kostenfreien Einstieg an. Die Investitionen sind im Allgemeinen jedoch nicht übermäßig hoch. Auch die Vertriebskanäle unterscheiden sich heute von den Möglichkeiten früherer Zeiten. So werden soziale Medien und das Internet generell genutzt. Die gewohnte Namensliste, die es galt abzuarbeiten, oder das Telefonbuch gehören meist der Geschichte an. Für solide Geschäfte bedeutet Strukturvertrieb Partnerschaft, für andere Business Anbieter das schnelle Geld. Dieses Phänomen findet sich nicht nur in dieser Branche, sondern ist überall vorhanden. Der Erfolg stellt sich bei der Suche nach der schnellen Million allerdings nicht ein, weder aufseiten des Betriebs noch aufseiten des Partners. Wer es in die Top 50 oder die Top 100 geschafft hat, hat eigentlich schon bewiesen, dass ein ernsthaftes und langfristiges Interesse dahintersteht. Aber nicht nur das, wer es soweit schafft, verfügt auch über ein marktgerechtes Produkt, an dem die Kunden interessiert sind.

Ist die Anzahl entscheidend?

Wer sich also die Mühe macht, diese Auflistungen zu studieren, wird feststellen, dass einige der Namen schon lange bekannt sind und immer wieder auftauchen. Anhand dieser Aufstellung kann man sich auch die Firmen im Einzelnen nochmals betrachten. Auch Startups bieten durchaus lukrative Einnahmemöglichkeiten für diejenigen, die vom Produkt überzeugt sind und sich auch dem Risiko bewusst sind. Hier kann man sich nicht auf jahrelange Firmengeschichten verlassen und es gibt auch keine Erfahrungswerte, dennoch kann es durchaus eine Chance sein. Mitunter ist es vorteilhaft, bereits beim Start dabei zu sein. Die Frage wie viele Unternehmen es im MLM gibt, ist also weniger entscheidend, als die Frage, was dahintersteht und ob man eher etwas risikofreudiger ist oder eher auf Altbewährtes setzt.